Infobrief 55

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessierte des Vereins der Kreis e.V.
Euch allen eine gute Herbstzeit.
Wie gewohnt informieren wir Euch über die Inhalte unseres letzten Treffens im Offenen Kreis Sibylle und Beate führten durch den Vormittag, Ihnen herzlichen Dank.

55.Infobrief

Unser Kreistreffen fand jahreszeitlich im Übergang vom Sommer zum Herbst statt, die Zeit vom 1.August (Schnitterinnenfest, Erntebeginn) über die Tag- und Nachtgleiche am 23. Sept, bis in den November. Nach den heißen, trockenen Sommermonaten mit Wachstum und Reife stecken wir nun im regennassen Oktober. Die sommerliche Hitze, die Wachstum und Reife befeuert, wandelt sich in die Qualität des Wassers: kühlend, fließend, lösend, in die Erde hineinsinkend, so wie sich im Herbst das Leben zunehmend in die Erde zurückzieht.
Ein Gelingen des dritten Lebensübergangs (die Jahre ab ca. 45 – zur
Beendigung des Berufslebens als Übergang und die Zeit danach als
Ältestenphase bis zum letzten Übergang dem Tod) wird ermöglicht durch
Innehalten, sich zurückziehen, regenerieren, ehrlicher Rückblick auf bisher Gelebtes und liebevolles Annehmen des eigenen Lebensweges. Die Bereitschaft zu Abschied zur rechten Zeit und Loslassen ermöglichen eine Neuorientierung.
Diese Qualitäten stehen im Widerspruch zu der Orientierung unserer
Gesellschaft auf unbegrenztes Wachstum, Ausdehnung und jugendliche Kraft. Dies spiegelte sich auch in unserem Austausch über unsere Erfahrungen wieder.
Wie schwer fällt es uns , eigene Bedürfnisse körperlich, emotional, seelisch
wahrzunehmen, wenn wir uns im „Hamsterrad“ der Erwartungen drehen. Es braucht ein Bewusstsein über den zyklischen Verlauf des Lebens, des Werdens und Vergehens und eine spirituelle Verbindung um sich abzugrenzen und eine gelungene Ältestenschaft zu entwickeln. Ein gelungenes Alter zeichnet sich u.a. aus durch Selbstannahme, Gelassenheit (Wer sich selbst lassen kann, kann auch andere lassen), leben im Moment, Annehmen von Abhängigkeiten (Lernen, nehmend zu geben).
Als eine besondere Qualität möchte ich hier das Bezeugen hervorheben. Die Unterstützung der jüngeren Generation nicht mehr so sehr in Tun, Bezeugen heißt, wahrnehmen ohne eigenes Eingreifen und dann Beglaubigen und Bestätigen des Wahrgenommen. Allein das Jüngere sich durch einen älteren Menschen interessiert und wohlwollend angesehen wissen, lässt sie aufrechter und aufrichtiger in der Welt stehen. Wir kennen diese Qualität aus der Visionssuchearbeit mit dem „Spiegeln“.
Auch in unseren Kreistreffen wurde die Entwicklung der Lebensphasen für mich dieses Mal besonders deutlich: die jüngere Generation wächst nach. Da Alwin verreist war, hat Andreas die Schwitzhütte geleitet und Beate war mit Nisha bis zum ersten Wasserguss mit in der Schwitzhütte. Ich verspürte große Dankbarkeit für Alwin und Marlene, die in ihrer Abwesenheit ihren wunderbaren Platz zur Verfügung stellen mit dem Vertrauen, dass alles gut gemeistert wird. Das ist für mich auch ein Beispiel für Bezeugen.
Mit diesen Themen innerlich bewegend, gingen wir auch in die Natur und
kehrten mit feinen Erlebnissen wieder in den Kreis.
Bei unserem nächsten Treffen im Dezember werden wir uns dem letzten
Lebensübergang, dem Tod und der Ahnenwelt zu wenden: die letzte große
Herausforderung zur Vollendung unseres Lebens.